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Stadtporträt: Bonn

Bonn mit seinen 331.000 Einwohnern (Ende 2021) ist kreisfrei und gehört zum Regierungsbezirk Köln in NRW. Nachdem die westdeutsche Bundesregierung bis 1999 hier ihren Sitz hatte, ist Bonn heute immer noch Zweitregierungssitz von Deutschland. Zahlreiche Bundesministerien und -behörden sind hier angesiedel: Von insgesamt 14 Bundesministerien haben sechs ihren ersten Dienstsitz in Bonn und den zweiten in Berlin, bei den anderen acht ist es umgekehrt. Die Stadt ist den Metropolregionen Rhein-Ruhr, Rheinland und Köln/Bonn zuzuordnen. Sie liegt an beiden Rheinufern. Die Vereinten Nationen haben schon seit 1951 einen Geschäftssitz in Bonn, 20 ihrer Organisationen unterhalten hier Büros. Die Geschichte der Stadt reicht wie die von Köln über 2.000 Jahre zurück. Schon die Germanen siedelten hier, nach ihnen kamen um die Zeitenwende die Römer. Zwischen 1597 und 1794 war Bonn die Residenz des Kurfürstentums Köln. Der berühmteste Sohn der Stadt ist Ludwig van Beethoven, der 1770 hier geboren wurde. Die Universität Bonn wurde 1818 gegründet und stieg alsbald zu einer der wichtigsten deutschen Hochschulen auf. Der Parlamentarische Rat arbeitete 1948/49 in Bonn das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aus, die danach die Stadt zu ihrem ersten Parlaments- und Regierungssitz machte, wodurch diese beträchtlich wuchs. Das führte nach 20 Jahren zu einer Gebietsreform. Das neue Bonn bestand ab 1969 aus den früher eigenständigen Städten Bonn, Bad Godesberg und Beuel sowie weiteren Gemeinden des früheren Landkreises.

Bonner Wirtschaft

Die beiden DAX-Konzerne Deutsche Telekom und Deutsche Post haben ihren Hauptsitz in Bonn. Die Wirtschaft wurde in den frühen 2000er-Jahren durch den Umzug der Regierung nach Berlin nicht geschwächt, auch die Bevölkerung schrumpfte nicht. Bonn gilt als vermögende Stadt mit gut verdienenden Berufstätigen. Der Kaufkraftindex liegt bei ~110 % des Bundesdurchschnitts. Dafür sind drei Faktoren verantwortlich:

  • ein hoher Beschäftigungsgrad
  • ein hoher Anteil hoch qualifizierter Arbeitnehmer
  • einkommensstarke Arbeitsplätze

Die BIP der Stadt lag 2021 bei rund 24 Milliarden Euro und pro Kopf bei ~73.000 Euro, was weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt und dem des Landes Nordrhein-Westfalen liegt. Der prosperierende Wirtschaftsstandort zeigt seit Jahrzehnten eine positive Einwohnerentwicklung. Seit dem Umzug der Regierung und des Parlaments nach Berlin tragen allerdings auch Ausgleichszahlungen des Bundes zur Wirtschaftsentwicklung bei. Der Bund fördert in Bonn speziell Wissenschaftsprojekte und Baumaßnahmen. Sehr stark ist in der Stadt der Dienstleistungssektor, in ihm arbeiten ~73 % aller Beschäftigten. Der deutsche Zukunftsatlas bescheinigt Bonn „sehr hohe Zukunftschancen“. Erstaunlich ist bei der Bedeutung einzelner Branchen in der Stadt die Stellung des Tourismus. Als Bonn noch Regierungssitz war, kamen viele Polittouristen in die Stadt, doch in den 1990er-Jahren stellte sich die Branche um und offerierte ihren Gästen die schöne Landschaft rings um Bonn, so den Rhein und das Siebengebirge. Auch Kongressbesucher tragen zu einem guten Teil zu den vielen Übernachtungen in Bonner Hotels bei. Darüber hinaus kommen sehr viele Tagestouristen (rund neun Millionen pro Jahr) in die Stadt. Bekannte Bonner Unternehmen sind:

  • Deutsche Post AG
  • Deutsche Telekom AG
  • Postbank
  • Universität Bonn
  • Universitätskliniken
  • Stadtwerke Bonn
  • Verpoorten
  • Kessko
  • Orgelmanufaktur Klais
  • Bonner Fahnenfabrik
  • Haribo
  • Weck Glaswerke
  • Fairtrade
  • IVG Immobilien AG
  • Eaton Industries
  • True Fruits
  • SER Group
  • Vapiano
  • Medien in Bonn

Die Deutsche Welle hat ihren Sitz im Bonner Schürmann-Bau. Weitere wichtige Medien sind der Fernsehsender Phoenix, der WDR, Radio Bonn/Rhein-Sieg, BonnFM, der Bonner General-Anzeiger und die Bonner Rundschau. Starke Verlage sind die Gruppe Rentrop, der Stollfuß-Verlag und der Voggenreiter Verlag. Darüber hinaus gibt es Stadtmagazine, kleinere Anzeigenblätter und interessante Onlineangebote. Die DPA unterhält eine Niederlassung im Bonner Tulpenfeld, auch internationale Nachrichtenagenturen unterhalten Büros in Bonn. Rundfunk- und Fernsehübertragungen werden von Sendemasten auf dem Großen Ölberg und dem Venusberg ausgestrahlt.

UN-Einrichtungen, internationale Institutionen und NGOs in Bonn

Bonn ist seit 1996 „UN-Stadt am Rhein“. Viele wichtige UN-Organisationen sind hier tätig, so beispielsweise das UN-Klimasekretariat (UNFCCC) und das Wissenszentrum für Nachhaltigkeit (UNSSC). Seit 2003 operieren sie nach einem Beschluss der deutschen Bundesregierung vom Bundeshaus und vom „Langen Eugen“ aus, also ehemaligen Parlamentsgebäuden der deutschen Regierung. Der dort ab 2006 eingerichtete UN-Campus ist ein exterritoriales Gebiet. Er zog wiederum bislang rund 170 internationale Institutionen und NGOs an, so etwa die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), den DED (Deutscher Entwicklungsdienst) und das DIE (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik). Unterstützt werden solche Organisationen vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), dessen Hauptsitz in Bonn liegt.

Bildung und Wissenschaft

Die Bonner Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität wurde 1777 gegründet, 1798 geschlossen und 1818 neu gegründet. Zu ihr gehören eine Volkssternwarte und ein Institut für Kommunikationswissenschaften. 1995 wurde die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gegründet. Ansässig sind in Bonn zudem drei Max-Planck-Institute (Mathematik, Radioastronomie, Erforschung von Gemeinschaftsgütern), das DZNE (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen), das Forschungszentrum caesar, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik sowie – jeweils mit Außenstellen – die Fernuniversität Hagen, die DIPLOMA ind die FOM. Es gibt darüber hinaus weitere Fachschulen und Fortbildungsakademien, akademische Dienste, wissenschaftliche Stiftungen und wichtige Bundesreinrichtungen für den Bildungssektor. Zu jenen zählen unter anderem:

  • BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
  • KMK (Sekretariat der Kultusministerkonferenz)
  • HRK (Hochschulrektorenkonferenz)
  • BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung)
  • bpb (Bundeszentrale für politische Bildung)
  • BLK (Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung)
  • Geschichte der Stadt Bonn

Bonn wurde 1989 offiziell 2.000 Jahre alt. Im Jahr 12 v. Chr. wurde auf dem Stadtgebiet das erste befestigte römische Lager am Rhein errichtet. Die Besiedlung der Region lässt sich bis in eine Zeit vor 14.000 Jahren nachweisen. Ab der Varusschlacht 9 n. Chr., bei die Römer eine verheerende Niederlage erlitten, wuchs die Stadt beträchtlich, schrumpfte aber wieder etwa ab dem 4. Jahrhundert und musste im späten 9. Jahrhundert wie viele Städte am Rhein Überfälle der Wikinger und Normannen hinnehmen. Nachdem die Franken das Gebiet besetzt hatten, entwickelte sich ab dem 10. Jahrhundert die Villa Basilika als geistliches Zentrum, in dessen Umfeld eine Marktsiedlung entstand. 1243 erhielt Bonn die vollständigen Stadtrechte. Später wurde die Stadt eine Residenz der Kölner Kurfürsten, die hier bis zum 18. Jahrhundert prunkvolle barocke Paläste errichten ließen. 1794 besetzten die Franzosen das Rheinland und somit auch Bonn, sie blieben bis 1814, danach fiel Bonn an Preußen. Schon in dieser Zeit und fortschreitend im 19. Jahrhundert siedelten sich Industriebetriebe in Bonn an. Eine große Bedeutung hatte die Textilherstellung. Zudem wurde Bonn mit dem Übergang zu Preußen eine Garnisons-, Professoren-, Studenten-, Offiziers- und Beamtenstadt, was die Wirtschaft beträchtlich förderte. Der Tourismus begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die aufblühende „Rheinromantik“ zu wachsen. Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten drei ausländische Mächte die Stadt: Kanadier, Briten und Franzosen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden rund 1.000 Bonner (die meisten jüdischen Glaubens) ermordet, weitere 8.000 flohen oder wurden in Konzentrationslager geschickt. Die Zerstörungen durch die Bombardements des Zweiten Weltkrieges fielen in Relation zu anderen deutschen Städten vergleichsweise glimpflich aus, rund 30 % der Gebäude wurden zerstört. Es gab durch die Bombenangriffe unter der Zivilbevölkerung etwa 4.000 Todesopfer. Ab Ende Mai 1945 besetzten die Briten die Stadt. Nach dem Krieg erlebte sie einen rasanten Aufschwung, der sich beschleunigte, nachdem sie Regierungssitz der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland wurde. Von ihrer Prosperität hat sie bis heute nichts eingebüßt.

Quellen: